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Die Bündnispartner präsentieren die neue Bündnisvereinbarung.
Die Bündnispartner präsentieren die neue Bündnisvereinbarung.

Recyclinganlagen können nur in dem Umfang mineralische Bauabfälle annehmen, wie sie für ihre RC-Baustoffe Absatzmärkte finden. Deshalb ist es notwendig, vorhandene und neue Absatzmärkte für hochwertige Verwertungen auszubauen bzw. zu schaffen.

Die Bündnispartner verpflichten sich, die Kreislaufwirtschaft auf dem Bausektor zu fördern. Dies soll durch Informationsvermittlung auf allen für die Ausschreibung und Vergabe von Bau- und Abbruchleistungen zuständigen Ebenen erfolgen. Details zum Bündnis können Sie der Vereinbarung sowie einer Kurzdarstellung entnehmen.

Vor diesem Hintergrund wurde am 15. Oktober 2012 das Bündnis „Kreislaufwirtschaft auf dem Bau Rheinland-Pfalz" geschlossen. Der vom Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität ausgehenden Initiative haben sich folgende Bündnispartner angeschlossen:


„In Bauwerken sind gigantische Mengen an Material und Energie gespeichert. Wird ein Gebäude abgerissen oder Teile davon renoviert, werden diese quasi wieder frei und können genutzt werden.  Alleine der hierbei anfallende mineralische Abfall verursacht mehr als 50 Prozent des Gesamtabfalls in Deutschland und wird leider immer noch sehr häufig auf Deponien beseitigt. Mit dem „Bündnis Kreislaufwirtschaft auf dem Bau“ wollen wir dem entgegenwirken und durch den Einsatz von Recyclingmaterialien Energie und Ressourcen sparen, das Bauen kosteneffizienter machen sowie wertvollen freien Deponieraum erhalten“, so Klimaschutzministerin Katrin Eder, Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt und Bauministerin Doris Ahnen am heutigen Montag in Mainz. Dort unterschrieben sie mit insgesamt zwölf Bündnispartnern die Vereinbarung „Bündnis Kreislaufwirtschaft auf dem Bau“, die durch verschiedene Maßnahmen dafür sorgen soll, dass Baumaterialien länger und wiederholt verwendet werden. Dies schont Ressourcen und schützt das Klima, da beispielsweise die Herstellung von Zement sehr energieintensiv ist.



Durch neue Gesetze, etwa durch das Inkrafttreten der Ersatzbaustoffverordnung 2023, wurde die Vereinbarung nun erneuert und konkretisiert. Schon bisher gab es regelmäßigen Erfahrungsaustausch, Infoveranstaltungen und die gemeinsame Internetplattform www.kreislaufwirtschaft-bau.rlp.d. Die Kooperation zwischen den Bündnispartnern soll zukünftig weiter intensiviert werden.

„Ziel ist es, dass Bauteile wie Türen und Geländer wiederverwendet werden, aber auch, dass durch den selektiven Rückbau sortenreine Bauabfallfraktionen anfallen, die nach definierter Aufbereitung als Schüttmaterial für den Tiefbau oder beispielsweise in Recyclingbeton im Hochbau eingesetzt werden können. Deshalb setzen wir schon bei der Planung darauf, dass beim Bau bereits an den Rückbau gedacht wird und Gebäude- und Gebäudeteile möglichst lange genutzt werden. Hierdurch werden Recyclingmaterialien leichter verfügbar und können etwa über Bauteil- und Bauabfallbörsen wieder in den Kreislauf zurückgeführt werden. Deshalb bieten wir u.a. Schulungen für Architektinnen und Architekten, vernetzen einzelne Akteure der Baubranche und informieren die Öffentlichkeit“, so Klimaschutzministerin Eder. „Je mehr Materialien im Kreislauf, statt auf einer Deponie landen, desto mehr Ressourcen sparen wir. Dies gilt auch für die Ressource Platz: Denn Deponien haben zunehmend ein Kapazitätsproblem – sie sind bald voll. Daher entstehen vor allem beim Abriss und anschließendem Neubau hohe Baukosten, da die Entsorgung kostspielig ist. Neue Deponien auszuweisen oder bestehende zu vergrößern, stößt regelmäßig auf Widerstände. Zudem bedeutet Kreislaufwirtschaft stets, das Klima zu schützen, indem Energie und Material gespart werden.“
Ein bundeweites Vorzeigeprojekt sei dabei, so Eder, die im Ahrtal entstandene Clusterinitiative Boden- und Bauschuttmanagement. Eine Boden- und Bauschuttplattform soll verhindern, dass Material erst kostspielig entsorgt und dann wieder, wenn es gebraucht wird, herangeschafft werden muss, da Abriss und Wiederaufbau nicht zeitgleich erfolgen.

Die Vereinbarung zielt dabei nicht nur auf Gebäude der öffentlichen Hand ab, sondern auch auf den Straßenbau. „Auch für den Erhalt und den Ausbau unserer Straßen und Brücken werden große Mengen an Rohstoffen benötigt. Für einen Kilometer Bahn-, Straßen- oder Radwegtrasse wird Gesteinsmaterial in einer Größenordnung von jeweils mehreren Tausend Tonnen benötigt. Das bedeutet: wir haben auch in Zukunft einen hohen Rohstoffbedarf für den dringend notwendigen Ausbau unserer Verkehrsinfrastruktur!“, betonte Wirtschafts- und Verkehrsministerin Daniela Schmitt. „Selbstverständlich kommt beim Straßenbau in Rheinland-Pfalz auch heute schon Baustoff-Recycling zum Einsatz, insbesondere bei den Baumaßnahmen des Landesbetriebs Mobilität Rheinland-Pfalz im Asphaltbereich“, erklärte Schmitt und dankte dem LBM für sein Engagement. Schmitt betonte jedoch auch, dass neben dem Baustoff-Recycling weiterhin eine verlässliche regionale Primärrohstoffversorgung wichtig sei. „Gerade die großen Mengen benötigten Gesteinsmaterials für den Straßenbau können nicht unbegrenzt weit transportiert werden. Und nicht alles ist recyclebar. Daher bleibt eine verlässliche heimische Rohstoffversorgung ebenso bedeutend. Durch kurze Transportwege wird auch dadurch Klima- und Ressourcenschutz erreicht. Zudem sollten wir weitere innovative Ansätze betrachten, bei denen wir durch Innovationen den Rohstoffeinsatz verringern können, um auch auf diese Weise kosten- und ressourcenschonender bauen zu können“, so Schmitt.

Die Vereinbarung zielt zudem auf die verstärkte Berücksichtigung von gütegesicherten RC-Baustoffen ab. Diesen Sekundärbaustoffen soll, wenn sie geeignet sind und keine unzumutbaren Mehrkosten entstehen, der Vorzug gegeben werden. Dieses Vorgehen kann die Wettbewerbsfähigkeit der Recyclingbranche wie auch die regionale Verfügbarkeit von RC-Baustoffen fördern.  „Ressourcenschonender Beton, sogenannter R-Beton, ist ein gutes Beispiel eines innovativen und zugelassenen Baustoffs, der zum Klima- und Ressourcenschutz beiträgt. Neben Kostenvorteilen lassen sich so auch Belastungen aus dem Schwerlastverkehr vermeiden – mit positiven Auswirkungen auf Klimaschutz, Umwelt und Gesundheit. In Hochbaumaßnahmen des Landes haben wir R-Beton verwendet: Sowohl im neu errichteten Landesuntersuchungsamt in Koblenz als auch zuletzt bei dem Neubau des Polizeipräsidiums in Ludwigshafen wurde in großem Umfang R-Beton verbaut“, sagte Bauministerin Doris Ahnen. Rohstoffe und Energie seien knapp und kostenintensiv. „Eine etablierte Entsorgungs- und Recyclinginfrastruktur ist essentiell. Daran arbeiten alle Partner des Bündnisses für Kreislaufwirtschaft auf dem Bau Rheinland-Pfalz mit großem Engagement“, so Ahnen.