Normen und Regelwerke

Der Nachweis der baustofftechnischen Tauglichkeit erfolgt für Primär- und Sekundärbaustoffe in gleicher Weise durch die Normen und Regelungen zur Güteüberwachung und Produktzertifizierung.

Für die Beurteilung der Eignung von RC-Gesteinskörnungen für die Herstellung von Beton gelten die nachfolgenden Regelwerke:

  • DIN EN 12620:2002+A1:2008 Gesteinskörnungen für Beton
  • DIN EN 206-1 Beton
  • DIN 1045-2:2008-7 Tragwerke aus Beton, Stahlbeton und Spannbeton - Teil 2: Beton - Festlegung, Eigenschaften, Herstellung und Konformität - Anwendungsregeln zu DIN EN 206 (DIN 1045-2:2014-08 Norm-Entwurf)
  • DAfStb-Richtlinie Beton nach DIN EN 206-1 und DIN 1045-2 mit rezyklierten Gesteinskörnungen nach DIN EN 12620
  • DAfStb-Richtlinie Vorbeugende Maßnahmen gegen schädigende Alkalireaktion im Beton (Alkali-Richtlinie)

Die Technischen Regeln  der Mitteilung Nr. 20 der Länderarbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA M 20) - Anforderungen an die stoffliche Verwertung von mineralischen Reststoffen/Abfällen werden als Maßstab für die Bewertung der Schadlosigkeit einer Verwertungsmaßnahme herangezogen.

Recyclingbaustoffe (Sekundärbaustoffe) unterliegen hinsichtlich bautechnischer Kriterien bei gleichem Einsatzzweck grundsätzlich den gleichen Anforderungen wie Primärbaustoffe (z. B. Kies, Sand und Naturstein). In erster Linie handelt es sich um eine Gütesicherung bautechnischer Anforderungen, die sich aus der je nach Einsatzzweck geforderten Bauwerksqualität im Hoch- und Tiefbau hinsichtlich Sicherheit und Dauerhaftigkeit ergeben. Wie bei konventionell aus Primärgestein hergestellten Baustoffen, müssen die Produzenten der Baustoffe entsprechende Eignungsnachweise vorlegen und die Betriebe sowie die Produkte einer Gütesicherung unterziehen.

Für die Bauherren wichtig ist die Gewährleistung der geforderten Produkteigenschaften. Die genauen Rezepturen der Baustoffe und damit auch die Frage, ob und in welchem Umfang auf sekundäre Rohstoffe zurückgegriffen wird, ist nachrangig.

Die Prüfung der Umweltverträglichkeit der RC-Gesteinskörnung ist über die DIN EN 12620 derzeit nicht geregelt. Die Regelungslücke wird vermutlich noch im Jahr 2016 geschlossen werden. Übergangsweise müssen die Hersteller für die Frage der Umweltverträglichkeit beim Deutschen Institut für Bautechnik DIBt in Berlin für ihre Gesteinskörnungen eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ) beantragen. Die Prüfung der Umweltverträglichkeit erfolgt in Anlehnung an die Vorgaben des alten Regelwerkes (DIN 4226-100). Liegt für die Gesteinskörnung diese Zulassung (noch) nicht vor, muss für den Einsatz des R-Betons in einzelnen Bauwerken bei der obersten Baubehörde der einzelnen Bundesländer eine Zustimmung im Einzelfall (ZiE) eingeholt werden. In beiden Fällen erfolgt die Prüfung der Umwelteignung anhand der Parameterliste und der Höchstwerte des alten Regelwerkes (DIN 4226-100). Die hier hinterlegten Werte sind einer Regelung (LAGA M20) für den Einsatz von RC-Gesteinskörnungen ungebunden in technischen Bauwerken (Straßen- und Wegebau) entnommen. Die Praxis zeigt, dass die realen "Schadstoffbelastungen" der RC-Gesteinskörnung in der Regel um 1 bis 2 Größenordnungen unter den Grenzwerten liegen, d.h. diese um den Faktor 10 bis 100 unterschreiten.