Recycling-Baustoffe im Hochbau

RC-Beton

Eine Möglichkeit der Verwendung von Recyclingmaterial bietet die Herstellung von Ort- bzw. Transportbeton für den Hochbau. Beton wird aus den Hauptkomponenten mineralische Körnung und Zement hergestellt. In Betonrezepturen können in Anteilen auch Gesteinskörnungen eingesetzt werden, die aus der Aufbereitung von insbesondere Bauschutt gewonnen wurden. Dies ist für die im Hausbau üblichen Betonsorten möglich. Diese Rückführung in die Betonproduktion ist bislang die einzige Möglichkeit, Altbaumassen aus dem Hochbau in die Produktion von Baustoffen für den Hochbau zurückzuführen und damit Kreisläufe zu schließen.

Der Rückgriff auf RC-Gesteinskörnungen schont Ressourcen. Die Gewinnung von Kies und Naturstein ist mit erheblichen Eingriffen in den Natur- und Landschaftshaushalt verbunden. Die Vorkommen sind begrenzt, eine Erweiterung oder gar Neuausweisung von Abbaustätten konkurriert mit zahlreichen anderen Flächennutzungsansprüchen. Heutzutage hat sich die Bautätigkeit stark in Städte und Ballungsräume verlagert. Es werden zudem eher selten neue Baugebiete erschlossen, sondern der vorhandene Bestand durch Rückbau und Neubau oder Umbau/Ausbau erneuert. Die anfallenden Bauschuttmassen lassen sich in unmittelbarer Nachbarschaft zur Baustoffnachfrage bzw. Betonwerken zu RC-Gestein aufbereiten. Dies spart längere Transportwege und die mit dem Schwerlastverkehr verbundenen Umweltlasten. Dieser Beton wird daher als ressourcenschonender Beton, d.h. R-Beton bezeichnet.

Bislang ist die Herstellung von R-Beton noch wenig verbreitet. Dies liegt zum einen an der begrenzten Verfügbarkeit von qualifiziertem RC-Gestein. Dessen Produktion setzt eine hochwertige Aufbereitungstechnik, ein ambitioniertes Stoffstrommanagement und ein Qualitätssicherungssystem voraus, das hohen Ansprüchen genügt. Die Betonwerke haben zudem ihre eigenen Natursteinvorkommen oder sind in der Regel in Konzerne eingebunden, die über Geschäftszweige in der Natursteinindustrie verfügen. Ein Rückgriff auf RC-Gestein muss daher durch eine gezielte Nachfrage aus dem Markt heraus nach R-Beton angestoßen werden. 

Die R-Betone unterliegen den gleichen Regelwerken wie jeder konventionell hergestellte Transportbeton. Er unterscheidet sich weder in den Frisch- noch in den Festbetoneigenschaften von einem Beton, der ausschließlich auf primäre Gesteinskörnungen als Zuschlag zurückgreift. Dies unterstreichen auch alle Erfahrungen in der Praxis. Für den Einsatz von R-Beton bedarf es seitens der Bauherren daher keiner Änderungen in der Tragwerksplanung oder Anpassungen im Bauablauf. Die R-Betone werden in das Portfolio der Transportbetonwerke aufgenommen und in der Regel preisgleich zu konventionellen Betonen vermarktet. R-Beton lässt sich nicht nur als Konstruktionsbeton, sondern bspw. auch als Magerbeton, Randsteinbetone oder andere einfache Anwendungen produzieren und vermarkten. Weitere Sorten außerhalb der Massenbetone wie bspw. Spannbeton oder Leichtbeton dürfen bisher nicht als R-Beton hergestellt werden dürfen.

 

Weitere Themen: