Recycling-Baustoffe im Erdbau

Aufbau der Ausgleichschicht

Erdbau ist ein Teilbereich des Tiefbaus und umfasst alle Maßnahmen, mit denen Böden gelöst, abgetragen bzw. eingebaut und verdichtet werden. Entsprechend weit ist das Spektrum an möglichen Baumaßnahmen und damit auch an Anforderungen an die Baustoffe. Klassische Erdbaumaßnamen sind der Aushub von Leitungsgräben oder Baugruben und das anschließende Wiederverfüllen, die Erstellung von Aufschüttungen, Dämmen, Wällen, der Bodenaustausch zur Optimierung der Tragfähigkeit des Planums, aber auch die Erstellung temporärer Baustraßen oder Aufstandsflächen.

Böden stellen den mit Abstand größten Anteil an mineralischen Bauabfällen dar. Es gibt im Erdbau zahlreiche Einsatzbereiche mit einfachen bautechnischen Anforderungen an das Material, bei denen vorrangig die Böden eingesetzt werden, die im Zuge der Erdbaumaßnahmen angefallen sind. Die Einsatzbereiche, die vor allem auf die Bereitstellung von Volumen abzielen, sind für die Verwendung von Böden bzw. Böden mit mineralischen Fremdbestandteilen gut geeignet. Ihre möglichst vollständige Verwertung ist nur dann erreichbar, wenn ihnen gezielt diese Absatzmöglichkeiten erschlossen werden.

Für die übrigen Einsatzbereiche werden Baustoffe benötigt, die eher eine hohe Tragfähigkeit aufweisen und erforderliche Verdichtungs- und Standfestigkeitsanforderungen erzielen können. In diesen Einsatzbereichen werden von den Erdbaustoffen bestimmte Eigenschaften und genau technische Spezifikationen eingefordert. In diesen Fällen bietet es sich an, auf Erdbaustoffe zurückzugreifen, die gezielt auf diese Spezifikationen hin hergestellt wurden. RC-Baustoffe haben hier den Vorteil, dass sie sich als Gemische in einem Aufbereitungs- und Produktionsprozess gezielt herstellen und auf die Anforderungen hin abstimmen lassen. Diese RC-Baustoffe sind gerade für hohe Standfestigkeiten und hohe Tragfähigkeiten bekannt.  

Hinsichtlich der stofflichen Zusammensetzung werden für Recyclingbaustoffe im Erdbau nur Vorgaben zum höchstzulässigen Anteil an Altasphalt sowie nicht-mineralischen Fremdstoffen gemacht. RC-Baustoffe für den Erdbau lassen sich demnach aus dem ganzen Spektrum an typischen Ausgangsmaterialien von Bauschuttrecyclinganlagen gezielt auf die geforderten Produkteigenschaften hin herstellen. 

Für unbelastete Böden (Z0 oder Z0* nach LAGA M20) ist die Verfüllung von Gruben und Steinbrüchen im Rahmen der Rekultivierung eine weitere Verwertungsoption, auf die an anderer Stelle eingegangen wird. Weitere Einsatzbereiche für RC-Baustoffe im Tiefbau und hier insbesondere im Straßen-und Wegebau werden an anderer Stelle diskutiert.

Bauschuttrecyclinganlagen sind keine Deponien. Sie können nur in dem Umfang Altmaterialien zur Verarbeitung annehmen, wie sie für ihre Produkte Absatz finden.